Die Praxis








"Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun."


Johann Wolfgang von Goethe, Werke - Hamburger Ausgabe Bd. 8,
Romane und Novellen III, Wilhelm Meisters Wanderjahre



Neben den theoretischen Inhalten unseres Intensivtransport die mehr oder weniger strikt vorgegeben sind seitens der DIVI, versuchen wir unseren Schwerpunkt in der Vermittlung von manuellen Fertigkeiten und praktischem Wissen zu setzen. Primär sollen zwei Ziele verfolgt werden:

Es soll allen Teilnehmern die für den Intensivtransport relevanten Besonderheiten im Umgang mit Material und Ausrüstung vermittelt werden.
Vorlesungsinhalte sollen vertieft und Fallstrike in der praktischen Umsetzung aufgezeigt werden.

Alle in den verschiedenen Praktika unterrichteten Verfahren und Therapien richten sich streng nach den jeweils für die Situation geltenden aktuellen Leitlinien und Empfehlungen der jeweiligen Fachgesellschaft. Wert wird jedoch besonders auf die praktisch relevanten Dinge gelegt.

Getreu dem Motto: „Aus der Praxis für die Praxis“


Struktur des praktischen Trainings

In parallel zu den Vorträgen verlaufenden Workshops und Praxis-Stationen möchten wir ihnen alle praktisch relevanten Besonderhietn im Zusammenhang mit Intensivtransporten vermitteln.. Ziel ist es Fallstricke und Spezialitäten aufzuzeigen und Problemlösungen dann gemeinsam zu erarbeiten.

Allgemein gesagt können im Bereich der Praxis 4 Schwerpunktbereiche aufgezeigt werden:

1.     Patientensimulation ITW

2.     Patientensimulation Intensivstation

3.     Arzt-Arzt Gespräch

4.     Technik und Equipment


Patientensimulation



Im Rahmen von 2 Übungsstationen und zwar der Übernahme eines Patienten von der Intensivstation sowie der Betreuung des Patienten in einem ITW versuchen unsere Instruktoren auf gängige Probleme im Alltag. hinzuweisen. Wesentliches Stichwort bei diesen Stationen  ist das CRM (Crew Resource Management). Notarzt-Teams stehen  einer Vielzahl von Problemen und Aufgaben gegenüber. Fehler und Fehlverhalten dabei  sind vergleichbar multifaktoriell und folgen den Gesetzen einer Fehlerkette. Der Faktor Mensch in diesem Zusammenhang führt zu dem Begriffen »Human Error«. Sinn und Zweck unserer Übungen ist es Fehler und Probleme zu vermeiden , zu erkennen und zu lösen. Die Erfahrung zeigt je wirklichkeitsgetreuer eine Simulation ist desto größer ist der Lernerfolg. Um eine  möglichst realitätsnahe Simulation zu ermöglichen verwenden wir in unserem Kurs  sogennate „Fullscale“ Simulatoren.

Mit diesen ist es möglich z.b. folgende Dinge zu darzustellen:

  • Simulierte Lungen für Spontanatmung und Thoraxbewegungen

  • Realistische Atemwege für die Durchführung oro- und nasotrachealer Intubation, Anwendung supraglottische Atemwegsalternativen, Möglichkeit der Koniotomie, simulierte Atemwegsverlegungen und Zungenödem

  • Entlastung von Spannungspneumothorax und Anlage von Thoraxdrainagen
  • Atem-, Herz- und Darmgeräusche

  • Zentrale und periphere Pulse, auskultatorische und palpatorische Blutdruckmessung

  • Umfassende EKG-Darstellung inkl. 12-Kanal Diagnostik, Defibrillation, Kardioversion und Pacing

  • Neurologische Funktion wie Pupillengröße

  • Zentralvenöse, periphervenöse und arterielle Zugänge

  • Applikationsmöglichkeit von Infusionen und Medikamenten mit realistischer Reaktion

  • Monitoring mittels Touchscreen mit Elektrokardiogram, Pulsoxymetrie, Arterielle Druckmessung, Kapnographie, Oszillometrie, Druck- und Temperatursonden


Arzt-Arzt Gespräch



Eine rasche Patientenversorgung ist nur dann effektiv, wenn dieser Zeitvorteil nicht durch eine schleppende Übernahme des Patienten im Primär oder Zielkrankenhaus egalisiert wird. Zur Verbesserung der Prozessqualität im Intensivtransport  im Hinblick auf die Patientenübernahme in der Klinik kann beitragen das frühzeitige direkte Arzt-Arzt-Gespräch  beitragen. Es soll erlernt werden alle relevanten Informationen zur effektiven logistische Vorbereitung eines Intensivtransportes einzuholen.



Technik und Equipment



Ergänzend zu den Simulationsstationen präsentieren die Referenten und Instruktoren, die alle erfahrene Mitarbeiter im Intensivtransport und der Luftrettung sind, aktuelle im Sekundärtransport verwendete Geräte. Im Besonderen wird ein Augenmerk auf den Transport von ECMO/ECLA Patienten sowie der Handhabung einer IABP gelegt.